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Antwort auf: Neophyten willkommen?

#73869
janfojanfo
Moderator

Hallo Christian,

Ich glaube Stefan hat die Werbeeinblendungen/Buchempfehlungen von der Seite entfernt da es mehr Probleme gegeben hat als Nutzen gebracht.

Von Jürgen Feder hab ich das Buch “Feders fabelhafte Pflanzenwelt”. Ein Mann der zu begeistern weiß.

Das Buch “Der Segen der Einwanderer” hab ich auch bereits auf dem Schirm, aber bisher noch nicht gekauft.
Hatte mir aber kürzlich wieder Gedanken zu dem Thema gemacht. Bei pflanzlichen Neophyten ist es meiner Meinung nach oft so, dass sie eher bereichernd sind. Man sollte es nicht so eng sehen, denn Wanderungen von Pflanzen sind ganz normal und natürlich. Der Mensch hat insb. seit 1492 allerdings extremen Einfluss genommen, sodass Pflanzen von allen Kontinenten durchmischt werden.
Problematisch wird es, wenn die Neophyten z.B. Raupen/Käferfutterpflanzen verdrängen, da sie zwar häufiger auch Pollen/Nektar bieten der auch angenommen wird aber eben keine heimischen Insekten vorhanden sind die die Blätter verwerten können.
Die Neophyten sind einfach nicht so sehr in das biologische Netz der Wechselwirkungen Mitteleuropas eingebunden wie heimische Pflanzen.
Aber das Indische Springkraut z.B. kann man auch als Bereicherung sehen, die Samen sind gut essbar, die Blüten werden von Hummeln gern besucht. Es verdrängt heimische Arten, ja. Doch es fühlt sich ja selbst heimisch. Daher wird es vielleicht auch irgendwann als heimisch angesehen werden. Allerdings nicht mehr in unserer Lebzeit.
Im Laufe der Jahrhunderte werden sich die Neophyten in das ökologische Netz nach und nach einfügen.

Auf der anderen Seite wird ja teilweise stark dagegen gekämpft. Z.B. werden Lupinen herausgerissen um eine Stickstoffanreicherung des Bodens zu verhindern. Würde man dies nicht tun, wären an den betroffenen Stellen bald ganz andere Pflanzengemeinschaften existent als die seltene Magerwiese die man schützen will. Ob das dauerhaft gelingt, oder man sich irgendwann geschlagen geben muss und die seltenen Pflanzen inkl. zugehörige Insteken dann verdrängt werden wird sich zeigen.

Also: Man muss das Thema differenziert betrachten.