Herzlich Willkommen

Du kannst sofort los legen und Fragen stellen oder Antworten schreiben, auch ohne Anmeldung. Willst Du Fotos ins Forum hoch laden, die Livestreams ansehen oder am Quiz teilnehmen musst Du Dich einmalig registrieren und danach anmelden. Oder hast Du Dein Passwort vergessen?

Antwort auf: Hummelsaison 2022

#69358
Lutz SLutz S
Forenmitglied

Hallo Zusammen, heute Mittag entdeckte ich in der Nähe des Wildnestes bei mir eine Steinhummel, welche irgendwie scheinbar orientierungslos auf dem Boden herum krabbelte. Dies auf einer Fläche von ca. 2m² immer kreuz und quer. Ab und zu machte sie auch mal erfolglos Anstalten abzuheben. Leider in dem Bereich wenig an blühenden Pflanzen. Daher bot ich etwas Zuckerlösung an, aber irgedwie wurde si da eher panisch und krabbelte immer weg.

Weiter konnte ich dem Moment nichts tun, da meine Mittagspause (Homeoffice) rum war. Am Nachmittag beobachtete meine Frau sie dann und wann mal beim herumkrabbeln. Zu meinem Feierabend dann sah ich sie  ca. 3m weiter rechts am kleinen Hang vor der Lärmschutzwand auf einem kleinen Kissen von Vergissmeinnicht, wo sie von Blüte zu zog und saugte.

Da dieses Pflanzenkissen nur ca. 20×25 cm misst, war sie da recht schnell durch und krabbelte wieder weiter am Boden, nun in eine Richtung wo auch nicht viel blüht. Da kam ich auf die Idee, sie auf ein anderes Pflanzenkissen, (Blaukissen, Aubrieta x cultorum) ca. 1m weiter rechts zu setzen. Diese ist deutlich größer, ca. 50×50 cm. Dies war glaube ich eine sehr gute Idee, denn diese haben tiefe kelchartige Fruchtstände, an denen sie pro Blüte so im Mittel 4-5 Sekunden saugte. Da scheint deutlich mehr Nektar drin zu sein. So nach ca. einer 3/4 h war sie da auch mehr oder weniger durch und setzte sich an den Rand des Pflanzrings und putze sich ausgiebig.

Ich wartete dann noch eine Weile in der Hoffnung, dass sie durch die Nahrung nun wieder fliegen kann, aber es tat sich nichts und es war auch schon 19:15. Ich ging dann erst mal was Essen, schaute dann aber gleich wieder gegen 20 Uhr. Da saß sie immer noch und ich merkte schon, wie die Luft sich rasch abkühlte. Dazu soll es Bodenfrost geben diese Nacht. Was tun?

Sie in eine Kiste setzen und hereinholen? Hätte ich dann im Notfall wohl auch gemacht, aber mir kam eine andere Idee. Ich nahm sie behutsam auf ein kleines Stöckchen und trug sie in mein beheiztes Mini-Gewächshaus. Darin wird es Nachts nicht kälter, wie ca. 6-7° über der Außentemperatur.

Ich schaute dann gegen 22 Uhr noch mal und da hatte sie sich unter einen, auf zwei etwas erhöhten kleineren Erdklumpen liegenden dünnen Holzschnippsel drunter gedrückt, das Hinterteil schaute aber noch heraus. Ich hab ihr dann noch eine kleine Bettdecke aus etwas Kapok spendiert, denke das sollte reichen.

Ich werde sie dann morgen früh, wenn es nicht mehr zu kalt draußen ist (ab 5-6°C am Boden?) wieder auf das Blaukissen setzen. In der Hoffnung dass die Mahlzeit heute ausreichend war, zumindest die Nacht zu überstehen.

Ich denke auch, dass es die Hummel aus dem Wildnest hier ist, da ich sie die vergangenen 2 Tage gar nicht sah.

Vermutlich war ihr, warum auch immer, der Treibstoff ausgegangen. Körperlich sieht sie zumindest völlig unversehrt aus. Ich hoffe, dass es “nur” Nahrungsmangel war und nicht vielleicht etwas anderes Kränkliches.

Wie verhält sich das überhaupt, wenn eine Hummel am Hungern ist und nicht fliegen kann, dann aber Nahrung bekommt. Kann das dann sofort in verfügbare Energie umgestezt werden, oder braucht es da ein paar Stunden?

Hoffen wir mal das Beste.

LG, Lutz