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Antwort auf: Kurz vorgestellt

#61342
Bulli
Forenmitglied
Buchtip:

@Lavandula

vielen, Dank. Ja, hier wird sich gekümmert.

Seitdem jemand in einem anderen Forum quasi “live” den Tod eines ganzen Hummelnestes durch Überhitzung dokumentierte, melde ich Bedenken lieber vorher an. Eine  kleine Macke von mir.

Durch Obstbäume sollte man in der Regel noch durchsehen können. So die Regel für die Beschneidung der Äste. Mit anderen Worten unter dem Baum sollte kein Vollschatten sein. Ein aufgespanntes dunkles Segeltuch kann den Schatten verbessern. Indirekte Wärmestrahlung von einem Zaun, Weg oder Mauer kann auch von der Seite auf die Nistkästen einwirken.

Ergänzung zu Temperaturen: Die 28 bis 29 Grad gelten für die ideale Lufttemperatur in der Nestkugel. Der Nistraum außerhalb der Nestkugel sollte nie über 29 Grad warm werden. Das heißt, dass ein Thermometer maximal 28,9 Grad anzeigen sollte. So wird es auch von den langjährigen Hummelexperten weitergegeben, weil es sonst “Schäden im Nest” gibt. Damit sind keine defekten Waben gemeint. Wachs schmilzt erst bei ca. 40 Grad. Bei ca. 37 Grad sind aber schon alle Hummeln über den Jordan.

Beispiel: Am Tag nachdem 29,7 Grad Nistraumtemperatur gemessen wurde, wurden 15 kurz vor der Verpuppung stehende Königinnenlarven ausgeflogen. Bei den 29,7 Grad ventilierten Sammerinnen schon. ( Quelle: . Manfred Starck: “Gezählte Hummeln – die Bewegungsbilanz eines Hummelvolkes.”, Hamburg 2009 ). Es ventilierten bestimmt nicht alle Sammlerinnen, aber einige entscheiden sich schon recht früh dazu.

Warum gerade diese Larven?
Das hat bestimmt schon jemand erforscht, aber ich weiß nicht wo’s steht.

Was den Larvenauswurf letztendlich auslöst, ist mir recht egal. Nektarmangel hat wenig Einfluss auf Larven bzw der Einfluss wird erst wirksam, wenn die Stockhummeln nichts übrig lassen, um den Pollen damit zum Larvenfutter oder zum Baumaterial anzumischen. Aber dazu müssten zuerst die Pollentönnchen im Nest leer sein.

Ein Larvenauswurf könnte auch ein normaler Vorgang während der Volksentwicklung sein.

Ob Königinnen die Eiablage verzögern können, weiß ich nicht. Abgebrochene Nester sind jedenfalls möglich, wobei ich aber nicht weiß, ob die gleichen Königinnen an anderer Stelle ein neues Nest starten oder okkupieren. Aber die Eiablage bei einem Nest in der Hochphase … das wäre ein komplexes Steuerungsproblem, das ich der Königin nicht zutraue.

Die Verschwendung von Recourcen ist in der Natur vollkommen normal.  In einer Warmphase geben Pflanzen weniger Nektar ab, weil sie selber unter Trockenstress stehen. Dann schmilzt der Vorrat im Hummelnest von einem 2-Tages-Vorrat zu einem 1-Tages Vorrat oder noch weniger. Kommt dann noch ein zu heißer Tag hinzu, verbrauchen die ventilierenden Sammlerinnen Nektar, anstatt die kärglichen Reste aus den Blüten zu lecken.

Es ist eine Herausforderung bei 37 Grad im Schatten den Nistraum bei maximal 28 Grad Celsius zu halten.

 

@Marylou,

schön, dass du dich um den Wärmehaushalt im Nest kümmerst. Ich bin Fan von hellen Dächern, obwohl ich auch Alubeplankung mag.

VG Bulli