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Antwort auf: Starenkasten-Kamera

#59384
Stefan
Admin
Beitragsersteller
Buchtip:

Sodele, kleiner Zwischenstand für Euch:

Die Starenmama ist leider alleinerziehend. Der Vater kommt sehr unregelmäßig, auch mal 2 Tage gar nicht. Ich vermute er hat noch wo eine andere Brut zu ernähren. Aber wenn er kommt dann hat er stets Regenwürmer dabei. Daraus schließe ich dass er von weiter weg kommt, denn im Umkreis von mehreren hundert Metern kommen alle Stare hier her zur Futterstelle. Der Vater hat nie Rosinen oder Mehlwürmer dabei die es hier jeden Abend in großer Menge gibt, er wohnt also in einem anderen Revier.

Die Starenmutter hatte ja ursprünglich 5 Eier gelegt. 4 Davon sind am ersten Tag geschlüpft, das fünfte einen Tag später. Das letzte wurde am zweiten Tag bereits aus dem Nest gebracht, es wurde wohl von den 4 Erstgeborenen zertrampelt. Ein weiterer Nestling wurde lebendig am nächsten Tag weg geflogen. Und ein weiteres wurde zum Eingang getragen um es dort sterben zu lassen, dort liegt es immer noch.

Die beiden verbliebenen Nestlinge wachsen gut, haben bereits erste Federn. Die Mutter füttert sie vorallem Abends, ich sehe sie oft an meiner Futterstelle Mehlwürmer und Rosinen sammeln. Auch ohne meinen Eingriff gingen die Parasiten zurück, die Mutter sammel so einiges mit ihrem Schnabel auf. Auch schläft sie – für Starenverhältnisse – nun viel viel ruhiger.

Inzwischen haben immer wieder andere Starenmännchen und -weibchen in das Nest geschaut, wurden aber anscheinend von dem toten Kücken am Nesteingang abgeschreckt/-gelenkt. Auch wenn die Mutter nicht im Haus war drang nie jemand bis zu den Nestlingen vor. Die Stare untersuchen nun eifrig andere Vogelbrutstätten auf der Suche nach Nahrung für den eigenen Nachwuchs.

Und auch die Stare selbst sehen sich die letzten Tage immer wieder Angriffen von Krähen ausgesetzt die ihrerseits auch Brut zu versorgen haben. Die Krähen fliegen Attacken auf die Futterplätze um sich kurz vor Sonnenuntergang die letzten Rosinen zu sichern.

Ich bin sehr froh nicht eingegrifffen zu haben. Verschiedene Seiten haben mir glaubhaft erklären können dass es besser ist für die offensichtlich sehr junge Vogelmutter wenigstens 1 oder 2 Nestlinge aufzuziehen, als durch einen Eingriff das gesamte Gelege zu riskieren. Die Parasiten waren nie so ein großes Problem wie der Umstand dass sich der Vater nicht kümmert. Sie schafft alles Futter alleine heran.

Ich hoffe die beiden Kleinen schaffen es.

Im Nest einen Meter daneben ist auch viel Betrieb, ob es dort auch so spannend, hoffnungsvoll, grausam, traurig, lustig, tragisch usw. abläuft werde ich wohl nie erfahren. Und das ist vielleicht ganz gut so.

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