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Antwort auf: Hummelhäuschen aus dem Norden

#57577
janfojanfo
Forenmitglied
Buchtip:

Ja, ich denke das NABU Hummelhaus wäre geeignet.

Zu den Wildbienen “Hotels” auf deinem Foto:

Das sind die üblichen Standard-Nisthilfen die man oft in Baumärkten, Gartenmärkten etc. findet.

Das untere Fach mit den Kiefernzapfen ist eigentlich komplett Wertlos, da finden sich allenfalls Spinnen/Ohrenkneifer ein. Das ist nur günstiges Füllmaterial um das Haus groß wirken zu lassen bzw. weiteren Nutzen vorzugaukeln. Ebenso das Fach ganz oben mit den Holzschnitzen.

Aber für solche Zwecke (Überwinterung von Insekten, Versteckmöglichkeiten etc.) ist ein Reisighaufen im Garten wesentlich besser geeignet.

Das Mittlere Fach des linken Hauses ist auch mehr schein als sein, es wird oft als Schmetterlingsquartier oder Florfliegenquartier beworben, aber Schmetterlinge die in unseren Breiten überwintern suchen sich auch geschützte Stellen im Laub aus bzw. manche Arten brauchen es etwas wärmer (Tagpfauenauge) und überwintern gern in Garten-Holzhütten oder ähnlichem. Florfliegen übernachten auch lieber z.B. an einem Laubhaufen oder ähnlichem.

Also, auch hier ist ein einfacher Reisighaufen besser geeignet.

Die Bambusröhrchen sind geeignet, allerdings zu kurz. Die Nisthotels sind beide nicht tief genug (spart kosten für den Hersteller) Da kann die Mauerbiene nur wenige Brutzellen anlegen (ich schätze höchstens 2)

Bei den angesägten Aststücken die auch in vielen Hotels verbaut sind, sind die Löcher in das Stirnholz gebohrt, besser sind Bohrungen nicht mit sondern entgegen der Holzfaser. Bei Bohrungen ins Stirnholz können leicht Risse auftreten die dann Feuchtigkeit hineinlassen und die Brut könnte z.B. verschimmeln oder vermehrt von Milben befallen werden. Außerdem können sich die Holzfasern nach Einfluss der Witterung aufrichten und die empfindlichen Flügel der Wildbienen verletzen. (Das gilt auch für ausgefranstes Schilfrohr, welches dann aber auch von Wildbienen gemieden wird.)

Den Thread zu den Mauerbienen findest du hier:

Mauerbienenvermehrung :-)

Leichter ist es, einfach einen dicken Stamm (kein Nadelholz wegen dem Harz) von z.B. Obstgehölzen oder etwas weicheren Gehölzen wie Weide im Garten liegen zu lassen. Dort können sich mit etwas Glück (nach ein paar Jahren, nach eintreten der Weißfäule) sogar Holzbienen einen Gang hinein nagen. Ansonsten nutzen Käferlarven das Holz und bohren ihre Gänge, in die dann, nach erfolgter Käferentwicklung, wieder Hohlraumbesiedelnde Wildbienenarten ihre Brut legen. So funktioniert es in der Natur.

Was auch eine sehr einfache und kostenfreie Möglichkeit ist, Wildbienen zu unterstützen sind markhaltige Stängel (insbesondere von der Brombeere, oder auch Königskerze u.a) senkrecht und einzeln aufzuhängen. Dort nagen dann verschiedene Wildbienenarten eigene Gänge in das Mark

Ich hoffe ich konnte ein wenig helfen, tut mir leid für den ellenlangen Text :lol:

lg Jan