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Antwort auf: Stylops heute in flagranti …

#53285
janfo
Forenmitglied
Buchtip:

Ja, wirklich interessant, danke fürs Teilen.

Ist es so, dass solange die Larven des Weibchens noch nicht anfangen zu fressen die Sandbiene noch agil ist und herumfliegt, oder sitzt sie halb lebend auf dem Boden und macht nichts mehr? Nach dem Schlüpfen der Männchen stirbt die Sandbiene dann wohl. Auf dem dritten Bild, kann man denke ich das Weibchen des Parasiten erkennen.

Diese Art kannte ich noch nicht, wieder was gelernt :)

Edit:

Habe auch direkt 2 Artikel gelesen und einen interessanten Text auf Wildbienen.de

dort steht u.A. (habe es mal zusammengefasst) es gibt auch noch mehr interessante Infos

Stylopisierte Bienen-Weibchen  graben zwar ein Nest, legen aber keine Eier und sammeln keinen Pollen;

Fächerflügler-Weibchen gebären Primärlarven (Triungulinoide), die auf Blüten gelangen und von dort zusammen mit dem Pollen in die Bienen-Nester, wo sie in die Larven (oder Imagines) ihrer Wirtsarten eindringen, sich häuten und zur endoparasitischen Sekundärlarve entwickeln. Diese ernährt sich von den Körperflüssigkeiten (Hämolymphe) des Wirts und häutet sich weiter.
Die weiblichen Larven bohren sich dann durch die Intersegmentalhäute zwischen dem 4. und 5. (seltener 3. und 4.) Tergiten fast zur Hälfte aus dem Hinterleib heraus, verpuppen sich, häuten sich weiter und erreichen schließlich die Geschlechtsreife

Die männlichen Larven verpuppen sich, um schließlich aus der im Wirtskörper steckenden Puppenhülle (Puparium) zu schlüpfen und den Wirt unter einem auffällig aufgewölbten Tergiten als geflügelte Vollkerfe zu verlassen. Sie suchen keine Nahrung, sondern duftgesteuert sofort paarungsbereite Weibchen, um sich zu paaren und alsbald zu sterben.

Da nur der vordere Teil der Weibchen zugänglich ist, durchsticht das Männchen dort die Bauchseite des Weibchens mit seinem dolchartigen Begattungsorgan; die Spermien gelangen dennoch zu den frei im Hinterleib des Weibchens lagernden Eiern.

Die befruchteten Eier entwickeln sich zu winzigen Larven (Triungulinoiden, dem Triungulinus-ähnlichen ersten Larvenstadium), die schließlich zu Hunderten auf der Bauchseite des Weibchens “geboren” werden. Die sehr beweglichen Primärlarven gelangen von den Tergiten des Wirts auf die Blüten, die er besucht, und von dort auf weitere Blütenbesucher. Diese transportieren die Parasitenlarven unfreiwillig in ihre Nester, wo sich diese in die Larven der nächsten Wirte (überwiegend Weibchen) bohren und zu Sekundärlarven entwickeln. Der Kreis ist geschlossen.