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Antwort auf: Bacillus thuringiensis

#51167
MarylouMarylou
Forenmitglied
Buchtip:

Ich liste mal die Punkte auf, worüber ich gestolpert bin beim Lesen:

Bei den B.t.-Stämmen sollte man generell unterscheiden und nicht alle pauschal mit „B.t.“ benennen. Man sagt auch nicht einfach „Obst“ und meint damit Äpfel.

Der Link DIPEL ES Raupen-Frei bezieht sich auf B.t. kurstaki, das bei Bienenvölkern eingesetzt wird.

Der Link „siencedirect.com“ ist nur für Biochemiker verständlich und interessant. Die dortigen Wissenschaftler sind übereingekommen, das Wort „Toxin“ bei B.t. nicht mehr zu verwenden, da der Begriff „Toxin“ negativ behaftet ist, was auf B.t. nicht zutrifft.

„Bei der Anwendung von Bt sind ein Mund-, Nasen- und Augenschutz sowie Handschuhe zu tragen. Sämtliche Utensilien (Sprühflasche, Handschuhe, Schutzbrille usw.) die in Berührung mit dem Toxin in Kontakt waren sollten sicher aufbewahrt und nicht mehr für andere Zwecke verwendet werden. Reste der Sprühlösung sind nicht über die Kanalisation, sondern über den Restmüll zu entsorgen.“
Steht SO nicht im Beipackzettel, sondern liest sich wie eine persönliche Meinung und Auslegung. Macht aber trotzdem Sinn, das so zu handhaben.

„Sind bereits Geschlechtstiere geschlüpft geht das Hummelnest bald natürlich zu Grunde. Eine Bt-Anwendung ist dann nicht mehr notwendig.“
Ich betreibe HummelSCHUTZ und keine Zucht für Hummel-Geschlechtstiere. Hummelschutz heißt, das Hummelnest zu schützen, solange dort Hummeln lebendig sind.

„Die Hummeln selbst sorgen für die gleichmäßige Verteilung in untere Etagen des Hummelnestes.“
Habe ich auch mal geglaubt. Die Realität zeigt, dass es nicht so ist.

„Bt-Pulver am Saisonanfang prophylaktisch in den Kasten zu streuen ist sehr umstritten …“
Hier im Forum: ja. Von wem sonst noch?

„… und eine positive Wirkung wurde bisher nicht wissenschaftlich nachgewiesen.“
Wird es wissenschaftlich auch nicht geben, da Studien sehr kostenintensiv sind, und das Mittel für diesen Einsatz keine Zulassung hat.

„Sicher ist aber, dass bei einer Überdosierung von Bacillus thuringiensis drastisch negative Folgen bei der Fortpflanzung der Hummeln auftreten.“
Quelle?

„Bacillus thuringiensis wirkt nicht nur gegen Wachsmottenlarven sondern gegen alle Schmetterlingsraupen und kann von den Hummeln über die Sammlerinnen vom Hummelnest auf Blüten übertragen werden. Über Sporen kann das Toxin dabei an die Eier der ebenfalls die Blüten besuchenden Schmetterlinge gelangen.“
Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass die Sporen von B.t. aizawai unter UV-Strahlung innerhalb einer Stunde inaktiviert und daher wirkungslos sind. Quelle: https://orgprints.org/20753/1/Bacillus-thuringiensis-A5-epubli.pdf

„Bt wird gerne als völlig harmlos für die Hummeln dargestellt, einen Langzeittest gibt es jedoch nicht.“
Wird es auch nicht geben, s. fehlende Zulassung.

„Bacillus thuringiensis in Überdosierung steht im Verdacht Langzeitschäden an der Hummelbrut anzurichten.“
Quelle?

„Außerdem verursacht Bt schwere Augenreizungen beim Menschen und kann allgemein zu allergischen Reaktionen führen.“
Beide Quellen?

„Bacillus thuringiensis ist zudem eng verwandt mit Bacillus cereus, der Lebensmittelvergiftungen mit starkem Durchfall verursacht.“
Im Jahr 2014 geriet Bt. in Verdacht, eine Lebensmittelvergiftung bei zwei Personen verursacht zu haben. Sie hatten Salat gegessen, der in hohen Konzentrationen mit Bt. behandelt worden war. Die Wissenschaftler waren sich aber unsicher, ob tatsächlich B.t. aizawai oder doch eher Bacillus cereus der Auslöser der Lebensmittelvergiftung war. Quelle: wissenschaft.de (ist als Link schon aufgeführt)