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Antwort auf: Belüftung

#50887
AvatarBulli
Forenmitglied
Buchtip:

Hallo,

gute Idee, aber nach meiner Meinung Nein.

Die Luftfeuchte im Inneren sollte irgendwo bei 70 % liegen. Ich glaube die beste Luftfeuchte für Bombus terrestris war 65 %. Jedes Gramm Nektar (etwa 2-4 Sammelflüge), der eingetragen wird, enthält 0,25 bis 0,8 Gramm Wasser. Um 0,8 Gramm Wasser durch Belüftung weg zu bekommen, beispielsweise durch die Erhöhung der relativen Luftfeuchte von 65% auf 70% wird ca. 50 dl Luft benötigt. Alle 40-80 Sammelflüge also ein ganzer Kubikmeter Luft. Die meiste Feuchtigkeit wird in den Kotecken abgegeben. Das sind in der Regel die vertikalen Ecken des Pappkartons. (Daten aus dem Kopf, bitte melden, wenn grobe Fehler enthalten)

Die Nistkästen (Münden, Börner usw) sind so konstruiert, dass sie zwei Luftströme haben. Einmal um den Innenkasten herum und einmal durch das Einflugloch und durch den Luftschlauch durch das Nest.

Im Außenkasten sind so viel Löcher, dass er automatisch klimatisiert wird. Wenn Wind nicht weht (nachts), speichert das Holz des äußeren Nistkastens die Feuchtigkeit und gibt sie tagsüber wieder ab, wenn der Wind zwischen Außenkasten und Innenkarton hindurch bläst. Somit ist es sinnvoll die Luftbewegung an den Seiten, besonders an den Ecken des inneren Pappkartons sicherzustellen.

Der Einlaufschlauch und der Bereich über dem Nest wird nur durch die kleinen Löchlein im inneren Pappkarton belüftet.

Bitte beachte auch, dass der eingegrabene Bereich der Kiste am kältesten ist und somit dort Kondenswasser anfällt und nicht wegdampft, sondern Pilze fördern kann. Pilze wachsen in der Regel sowieso irgendwann in das Nistmaterial, aber sie sind in der Regel dort, wo die relative Luftfeuchte über 80% war.
Die Kältebrücke im Karton sollte mit verklebten Hartschaum-Wärmeisolation entgegengearbeitet werden.

Kunststoffboxen ohne Hartschaum-Wärmeisolation sind sowieso … nicht so besonders gut. Wie oben gesagt, nachts fällt auch Wasserdampf an, der irgendwo hin will, und Plastik und Kunststoff können ihn nicht speichern. Die Gebrüder Hagen haben mit vielen Nistkästenmaterialien experimentiert. Auch Metall. Im Modell Münden stecken also locker über 50 Jahre Erfahrung.

Ich verstehe aber, was du bezwecken willst. In der Vergangenheit haben andere die Holznistkästen im unteren Drittel mit Dachpappe beklebt oder mit Bitumen abgedichtet. Das Problem der Kältebrücke und der Kondensation blieb. Darum wurden sie wieder oberirdisch eingesetzt. Die Abraham Nistkästen reduzieren die Kondensation. Darum schrieb ich oben von “Isolation einkleben”.

VG Bulli

PS: Es fehlt am Deckel eine umlaufende Abtropfkante. Ohne besteht die Gefahr, dass das Regenwasser unter dem Deckel entlang in den Nistkasten rinnt.