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Antwort auf: Kurioses aus 2020

#50666
Frantisek KuklikFrantisek Kuklik
Forenmitglied
Buchtip:

Hallo Nicola,
ich kann mich sicherlich auch irren, doch die Hummelbesucherin bringt keinerlei Verhalten zu Tage, das für Einnistungsgelegenheiten suchende Kuckuckshummeln typisch wäre: Herumsuchen statt Völlerei. Außerdem habe ich den Eindruck, auf dem hinteren Beinpaar Spuren zu erkennen, die vom Pollensammeln stammen dürften. Weder B. pratorum noch B. rupestris haben natürliche helle Härchen auf den Beinen. Das Verhalten der Hummel würde ich so deuten: sie wurde vom bunten Legostein und der darin enthaltenen Zuckerlösung angelockt. Eine ausgiebige Mahlzeit ruft bei Hummeln regelmäßig den Drang nach dem letzten Schritt der Verdauung. Eine Markierung brauchen Kuckuckshummeln zum Wiederfinden eines Hummelnests nicht, wenn es einmal geklappt hat, ein geeignetes Hummelnest ausfindig zu machen, funktioniert es aufgrund des ausgeprägten Orientierungsvermögens und Gedächtnisses bei Hummeln auch das nächste Mal. Überdies: eine B. rupestris würde sich mit Sicherheit nicht für das Nest einer B pascuorum derart interessieren, um Markierungsspuren zu hinterlassen.
Was meine Ps. barbutellus anbetrifft, es war nicht schwierig, sie einzuordnen: das weiße Abdomenende weist einen länglichen schwarzen Streifen auf, wo deutlich der Chitinpanzer durchschimmert und die weiße Färbung des Abdomens halbiert, damit war mir klar, dass es eine Kuckuckshummel ist. In Folge der 2 gelben Streifen auf dem Thorax und des weißen Abdomenendes konnte es sich nur um Ps. barbutellus handeln, keine andere heimische Kuckuckshummelkönigin hat 2 derart deutliche gelbe Streifen auf dem Thorax.
Wo wir beim Thema Schmarotzer am Hummelnest sind, noch ein Video von mir:
Aphomia sociella am Nistkasten von B. cryptarum. Sie wird nicht als Bedrohung erkannt und glatt missachtet. Erst beim Versuch, ins Kasteninnere einzudringen lenkt sie ein und beschließt, auf einen günstigen Augenblick zu warten. Zu ihrem Pech habe ich sie rechtzeitig entdeckt und abgefangen. Auch nach anschließendem – aus meiner Sich unausweichlichen – Zerdrücken lässt sie sich nicht davon abhalten, etwa 30 klebrige Eier zu legen. Sollte sie von den Hummeln vor dem Flugloch als Gefahr erkannt und getötet werden, rettet es das Nest nicht unbedingt vor der Vernichtung, die Eier bleiben auf den sammelnden Hummeln haften und werden ins Nest getragen. In meinem Fall wäre jedoch ein Untergang des Nests ausgeschlossen, ich habe das Nest rechtzeitig mit Bacillus thuringiensis kontaminiert und somit trotz einiger weiteren Attacken von Wachsmotten gesund aufgezogen. Am Saisonende war im verlassenen Kasten keine einzige Raupe aufzustöbern.
František

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