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Antwort auf: Volk verhungert?

#50080
MarylouMarylou
Forenmitglied
Buchtip:

@Nicola  Bei einem geschwächten Volk, und Dein Ackerhummelvolk war sehr geschwächt, empfiehlt sich immer eine durchgehende Zufütterung OHNE Unterbrechung. Wenn sich die verbliebenen Hummeln soweit erholt haben, dass Sammlerinnen wieder vermehrt ausfliegen, heißt das nicht, ab diesem Zeitpunkt die Zufütterung abzubrechen und darauf zu hoffen, dass die Sammlerinnen schon genug herantragen werden. Also am besten Deine jetzige erneute Zufütterung wirklich durchgehend beibehalten und immer rechtzeitig genug nachfüllen, wobei hier auf Sauberkeit des Behälters, innen wie außen, zu achten ist.
In einem solchen Fall unterstützt eine Zufütterung das restliche Volk, animiert die Sammlerinnen, vermehrt Pollen einzutragen, und zugleich die Königin, erneut Eier bzw. mehr Eier zu legen, da dann reichlich Nahrungsvorrat vorhanden ist und die Hummeln auch die erforderliche Wärme zum Bebrüten produzieren können.
Wie Du schon vermutest, wird das Nest wahrscheinlich nicht mehr richtig in Schwung kommen, aber man sollte niemals „nie“ sagen. Außerdem weiß man nicht, wie sich das Wetter entwickelt; der Herbst soll angeblich freundlich werden.

Hummeln verbrauchen enorm viel Energie für sich selbst; bei vollem Magen und Flugtätigkeit spricht man von gerade mal 40 Minuten „Reichweite“ bis zum „Nachtanken“ = Nektar. Sie müssen zusätzlich dafür sorgen, dass die heranwachsenden Larven im Nest ausreichend mit Pollen und Nektar versorgt werden. Für die kleinen Flieger ist das Schwerstarbeit!
Spielt das Wetter dann nicht mit, haben die Hummeln schlechte Voraussetzungen, sei es durch Trockenheit – die Pflanzen bilden dann keine neuen Blüten (fehlender Pollen und Nektar) und die schon vorhandenen Blüten können ohne Bewässerung ebenfalls keinen Nektar mehr produzieren – ODER auch durch schlechtes Wetter (auch z.B. mehrmals täglicher Nieselregen), wenn dann in den Blüten das Wasser steht, ODER durch Mangel an Trachtpflanzen. In solchen Fällen ist dann Zufütterung angesagt.

Zu den Drohnen: Diese unbefruchteten Eier werden in erster Linie von der Königin gelegt. Die Arbeiterinnen fangen vereinzelt erst später damit an, wogegen sich die Königin dann wehrt. Die Ackerhummel-Drohnen erkennst Du auch an ihrer oft gelblicheren Körperbehaarung, auch mit solchen Haaren im Gesicht. Sie fliegen ab und kehren nicht mehr in ihr Nest zurück.
Die Ackerhummel-Arbeiterinnen sind an den beidseitig cremefarbenen Tupfen seitlich am Thorax gut zu erkennen.

Eine Live-Beobachtung, sofern zeitlich machbar, ziehe ich einer Kamera vor. Eine Kamera zwecks Zählung der Aus-und Einflüge vor dem Ausflugloch positioniert, ist zwar hierbei nützlich, kann jedoch nicht das Umfeld genügend erfassen. Orientierungsflüge neuer Sammlerinnen und auch später die Orientierungsflüge von Jungköniginnen werden kaum erfasst. Bei meinem Ackerhummelvolk ist z.B. eine mittelgroße Arbeiterin, die „Alibi“-Sammeln veranstaltet. D.h. sie fliegt raus, dann 2 – 3 Meter weit, dreht und fliegt wieder zurück, manchmal mehrmals pro Stunde. Mit einer Kamera würde das als Ausflug und die (prompte) Rückkehr als Einflug einer anderen Sammlerin gezählt. Täuschung pur! Das aber nur am Rande.

Ich empfehle Dir, Dich noch viel mehr in das Thema Hummeln einzulesen. Unter der hiesigen Rubrik „Wissen“ findet Du reichlich Informationen. Das regelmäßige Lesen der Forumsbeiträge, durch die man auch viel lernen kann, hilft ebenso weiter. Eigentlich sollte jeder Hummelfreund auch das Buch „Hummeln, bestimmen, ansiedeln, vermehren, schützen“ von Eberhard von Hagen gelesen und jederzeit zur Hand haben. Und natürlich helfen die Hummelfreunde hier im Forum gerne weiter!