Herzlich Willkommen

Du kannst sofort los legen und Fragen stellen oder Antworten schreiben, auch ohne Anmeldung. Willst Du Fotos ins Forum hoch laden, die Livestreams ansehen oder am Quiz teilnehmen musst Du Dich einmalig registrieren und danach anmelden. Oder hast Du Dein Passwort vergessen?

Antwort auf: Andrena hattorfiana?

#49234
KatrinKatrin
Forenmitglied
Beitragsersteller
Buchtip:

Ja, Knautia wuchs direkt daneben. Es hat mich verwundert, dass “alle” Fluginsekten sich auf den Sandknöpfchen tummelten und nicht auf den Acker-Witwenblumen. Deine Interpretation ist sehr gut! DANKE! Du kennst dich echt super gut aus. Beneidenswert!!! Ich habe meine Beobachtung auch an Paul Westrich weitergeleitet, der zwischenzeitlich folgendes geantwortet hat:

“Ihre Fotos von dem Blütenbesuch von Andrena hattorfiana
an Jasione montana könnte man als eine der Ausnahmen deuten, wenn ein
Weibchen einer oligolektischen Art auf eine normalerweise nicht
genutzte Pollenquelle ausweicht, wenn tatsächlich Pollen gesammelt
würde, was ich aber nicht glaube. Ich sehe in den Blüten der Jasione,
die offensichtlich schon weitgehend abgeerntet sind, keinen
verwertbaren Pollen mehr. Der ist normalerweise ringsum am Ende der
lagen “Griffelstange” zu sehen, wenn die Staubbeutel schon
eingetrocknet sind, ganz ähnlich anderer Glockenblumengewächse.
Jasione hat auch rosaroten Pollen ähnlich dem von Knautia arvensis.
Letzte Klarheit liefert immer eine mikroskopische Pollenanalyse, die
ich als Beleg immer voraussetze. Wahrscheinlich hat das Weibchen das
Sandglöckchen nur als Nektarquelle genutzt und der rosarote Pollen in
der Transporteinrichtung von hattorfiana stammt von Knautien. Die
Größe der Pollenkörner spricht auch für diese Annahme, denn die von
Jasione sind viel kleiner, wie eigene Fotos dieser Art zeigen. Ein
Ausweichen auf andere Pollenquellen kommt vereinzelt vor, wenn das
Weibchen in seinem “Drang”, seine Brutzellen zu versorgen,
notgedrungen ausweicht. Ich habe dies bei Andrena hattorfiana auch
schon einmal bei Wiesen-Pippau (Crepis biennis) (Korbblütler) erlebt,
als eine Wiese mit viel Knautien frisch gemäht war und keine Knautien
mehr vorhanden waren. Wir wissen immer noch nicht genau, ob der
Fremdpollen von den Larven verwertet werden kann. Auf jeden Fall
kehren die Weibchen sofort wieder zu “ihren” Pollenquellen zurück,
sobald diese wieder verfügbar sind. Gelegentlich kann man dies auch
bei anderen oligolektischen Arten feststellen. Es gibt aber auch
oligolektische Arten, die nie ausweichen, sondern ihre Brutversorgung
einstellen (z.B. Osmia adunca und Natterkopf).”

Viele Grüße in die Nacht, Katrin