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Antwort auf: Aktive Ansiedlung von Hummelköniginnen

#45148
MichaelWyMichaelWy
Forenmitglied
Buchtip:

Hallo,

ich habe mal ein Bild meiner “Ausrüstung” zur stressfreien aktiven Ansiedlung angehängt. Eine transparente Plastebox (waren mal Schrauben drin), eine Pappe mit Loch, ein Röhrchen (war mal Bestandteil einer LED-Retrofit-Lampe) und ein Tuch.

Ich gehe wie folgt vor:

Königinnen gibt’s im Garten meistens reichlich. Wir haben genug einheimische blühende Pflanzen (auch im zeitigen Frühjahr) und viele Nachbarn haben inzwischen leider Kieswüsten, so dass es die Insekten zu uns zieht. Aufgrund mehrerer Trockenmauern und vieler Bodendecker gibt es auch genug Stellen, an denen sie sich zur Nestsuche aufhalten.

Ist eine Königin auf Suche, warte ich, bis sie in eine Ritze der Mauer oder ähnliches gekrochen ist und stülpe die transparente Box drüber. Wenn sie rauskommt und losfliegt, schiebe ich die Pappe über die Öffnung der Box. Die Hummel fliegt nun friedlich in der Box umher.

Nun decke ich die Box mit dem Handtuch relativ dicht ab, so dass es dunkel drin wird. Wenn die Hummel nicht aufgeregt ist, setzt sie sich fast sofort hin und hört auf, umherzufliegen. Wenn sie stattdesen wild rummbrummt, lasse ich sie wieder frei.

Nun drehe ich die Box, so dass die Pappe an der Seite ist, setze das kleine Röhrchen auf das Loch und verschiebe die Pappe so, dass das Loch mit dem Röhrchen an der Öffnung der Box ist (am unteren Ende).

Da das Loch mit dem transparenten Röhrchen nun die einzige Lichtquelle ist, krabbelt die Hummel da rein. Es hilft auch, das Röhrchen Richtung Sonne zu halten, so dass das Licht vom Loch her richtig in die Box strahlt.

Nun schiebe ich das Röhrchen ein Stück, so dass die Pappe die Öffnung bedeckt, lege die leere Box beiseite und gehe mit dem Röhrchen und dem Tuch zum Hummelhaus.

Die Hummel sollte noch immer friedlich das Röhrchen inspizieren. Wenn Sie am hinteren Ende ist, halte ich es schnell an den Eingang vom Hummelhaus. Meistens krabbelt sie dann gleich ins Haus.

Wenn die Hummel im Röhrchen bleibt und vielleicht sogar versucht, Richtung Licht zu krabbeln, decke ich es noch mit dem Handtuch ab, dann geht sie spätestens ins Haus.

Ich hatte aber auch schon Hummeln, die vorher noch ein paar Minuten “Pause” im Röhrchen machen, dann warte ich etwas. Nachhelfen durch Reinschieben musste ich bisher nie (und das geht bei meiner Methode auch gar nicht).

Nun decke ich die Öffnung vom Haus ab, warte eine paar Minuten, mache es wieder auf und schaue, ob es geklappt hat (Orientierungsflug, Rückkehr nach spätestens 1h).

 

Dieses Jahr hatten wir in einem Haus ein gutes dutzend Hummeln, die trotz Orientierungsflug nicht wieder gekommen sind. Geklappt hat es am Ende mit einer, die ich am späten Abend eingesetzt habe. Die hat gleich im Haus übernachtet, den Orientierungsflug erst am nächsten Morgen gemacht und kam dann auch wieder.

Viele Grüße,

Michael.

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