Antwort auf: Baumhummeln

#25583 Antwort

Michel

Hallo Thilo,

ja, die Lebensdauer der Königin ist natürlich auch entscheidend, sonst werden die Nester irgendwann drohnenbrütig und die Arbeiterinnen übernehmen in den letzten Wochen die Produktion der Nachkommen.
<div class=”bbp-reply-content”>

Die Aufnahmen mache ich mit einer Videokamera und ggf. einer Lichtquelle zum Ausleuchten. Man kann mit viel Vorsicht auch die Nester einzelner Königinnen bei den meisten Arten (Baumhummel, Erdhummel, Steinhummel, Wiesenhummel…) kontrollieren, sobald diese Brut in Form von größeren Larven haben. Selbst wenn die Königin mal abfliegt, so ist die Nestbindung so stark, dass sie eigentlich immer wiederkommen. Man darf halt Nest und Honigtopf nicht beschädigen und die Suche nach dem kleinen Nest muss sehr! vorsichtig erfolgen. Also aufpassen muss man schon sehr und etwas Fingerspitzengefühl ist wichtig.

Das Problem bei oberflächlichen Nestkontrollen: Man erkennt nicht alle Probleme oder zieht falsche Bilanzen am Ende. Ich zähle beispielsweise die Kokons insbesondere der Jungköniginnen am Saisonende aus, um einen Eindruck von dem Erfolg der Kolonie zu haben. Brachicoma-Befall ist danach bei einigen Arten schwer von normal geschlüpften Zellen abzugrenzen (gerade bei Baum- und Wiesenhummel, da diese die Kokons dann von der toten Brut befreien oder sogar in Honigtöpfe umwandeln; bei Erdhummeln werden die Kokons dunkel und sind gut erkennbar) und nur bei regelmäßigen Kontrollen ist der Einfluss gut abschätzbar. Hinzu kommen aber insbesondere Wachsmottenprobleme. Wenn Wachsmottenlarven auf dem Kapok oder bei oberflächlicher Kontrolle erkennbar werden, ist der Befall am Nest meist schon sehr erheblich. Aus dem Grund schaue ich mir die Waben immer genauer an und lege bei warmen Wetter auch Teile frei bwz. schaue seitlich zwischen Waben und Nesthülle. Gerade da ist im Bereich der Nesthülle der Befall als erstes erkennbar und man kann oft noch gute Gegenmaßnahmen ergreifen. Ich dachte vor vielen Jahren auch immer, oberflächlichere Kontrollen reichen, aber ich habe so schon einige gute Völker verloren. Darum schaue ich nun immer sehr genau nach und lege die Nester auch teilweise frei (dabei ist aber sehr viel Vorsicht geboten, die die Hummeln auch Eigelege mit der Nesthülle verbinden – diese dürfen nicht zerstört werden). Dabei lernt man auch sehr viel über die Tiere. Wichtig ist: warmes Wetter wählen, dann schadet es weder der Brut noch dem Volk. Danach schließe ich die Nestteile vorsichtig soweit es geht (und zwar wieder so, dass ein Abstand zwischen Nesthülle und Waben bleibt). Die Hummeln reparieren den Rest sehr schnell wieder. Wie gesagt: da man Probleme so schnell erkennt und gegensteuern kann, ist eine gründlichere Kontrolle bei Nistkastenhaltung schon empfehlenswert. Kommt natürlich auch immer darauf an, wie weit es sich jeder zutraut. Man darf halt nichts an den Waben bzw. Eigelegen kaputt machen. Und bei einigen Arten ist ein Stechschutz ratsam (vor allem Erdhummeln, Baumhummeln, Steinhummeln…).

</div>
Ja, Baumhummeln sind gute Rückkehrer. Bei mir kommen immer welche wieder, und das seit Jahren. Man muss eher aufpassen, dass es keine Stechereien gibt ;)
<div class=”bbp-reply-content”>

Beste Grüße,

Michel

</div>